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VIA weiß (1)

VIA BELGICA in Königsdorf
Was bedeuten die VIA Zeichen
an Königsdorfer Straßen und im Wald?

VIA Einschnitt Nähe Klingelpütz  (3)

  • Seit einigen Monaten fallen dem Spaziergänger auf Königsdorfer Straßen und im Königsdorfer Forst weiße und schwarze VIA-Zeichen auf. Was bedeuten sie? 
    Über 400 Jahre lang zählte die vordem von Kelten und Germanen besiedelte hiesige Region zur römischen Provinz Niedergermanien. Von der Provinzhauptstadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA), dem heutigen Köln, führte eine Militär- und Handelsstraße über Königsdorfer Gebiet, Jülich und Tongeren durch Belgien zur Nordseeküste bei Boulogne sur Mer. Wegen dieses Verlaufs nennt man die Straße in neuerer Zeit via belgica.
    Die Trasse der bis zu 26 m breiten Straße ist in Königsdorf zum Teil noch gut sichtbar: Sie folgt
    von Köln aus bis Weiden dem Verlauf der Aachener Straße, verlässt sie nach der Kreuzung mit der Bonner Straße und verläuft schnurgerade durch Neufreimersdorf, weiter über den Hohlweg und
    die Dechant-Hansen-Allee. Sie durchquert den Park der ehemaligen Pauli-Villa (Elisabethheim).
    Am Westportal der Pauli-Villa (dazu Königsdörfchen 2014 Nr. 37) tritt sie in den Königsdorfer Forst, umkreist das Sumpfgebiet des sog. Klingelpütz und kreuzt an vielen Stellen die Wanderwege
    im Wald.
    Im weiteren Verlauf schon auf Bergheimer Gebiet, westlich der Nord-Süd-Kohlenbahn, wurde ein
    sog. burgus, ein römischer Straßenpolizeiposten, ausgegraben.
    Römische Landgüter, sog. villae rusticae, entlang der via belgica versorgten die Provinzhauptstadt.
    Ca. 400 Jahre bestand eine der bedeutendsten im Rheinland auf der Königsdorfer Flur „In der Widdau“ nördlich von Neufreimersdorf. Sie wurde 2004 ausgegraben und überbaut.
    (dazu Königsdörfchen 2013 Nr. 36). Eine Informationstafel an dem Kreisel Brauweilerstraße / Römerhofallee erklärt diese Siedlung und die via belgica.
    Auch an der Dechant-Hansen-Allee markiert eine private Informationsstele ab Frühjahr 2015 die
    via belgica.
    Mit den VIA-Zeichen an den Bäumen machte im Herbst 2014 das Projekt „Erlebnisraum Römerstraße“
    auf die Kreuzungen der via belgica mit den Waldwegen aufmerksam.
    Mehrere VIA-Schilder an den Königsdorfer Straßen weisen zum Parkplatz an der Waldstraße hin.
    Von hier aus ist der sog. Klingelpütz mit einer Informationssteele erreichbar, in dessen Nähe die ersten VIA-Zeichen angebracht sind.
    An dem zur regio 2010 zählenden Projekt "Erlebnisraum Römerstraße" des Landschaftsverbands Rheinland (http://www.erlebnisraum-roemerstrasse.de/) beteiligt sich die Stadt Frechen leider nicht, so dass die VIA-Zeichen ohne nähere Erklärung blieben. Auf private Initiative und in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Frechen hat es der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Regionalforstamt Rhein-Sieg- Erft, dankenswerterweise ermöglicht, an fünf Stellen im Forst Informationstafeln anzubringen, die auf die Bedeutung der VIA-Zeichen hinweisen.
    Die Informationen befinden sich in den Schaukästen an der Königsdorfer Hütte und dem Parkplatz Dansweiler, sowie an der Hütte Am Heuweg, der Masurenhütte und der Dansweilerhütte.
    Ein Code auf der Tafel bietet einen Link auf www.stadtarchiv-frechen.de zur Besiedlung Königsdorfs in römischer Zeit im Umfeld der via belgica.

© und verantwortlich für den Inhalt: Paul Stelkens, Königsdorf 2015